Eine Welt - mehr gibt es nicht
Die Erde geht alle an
Wenn man über Welthandel oder Globalisierung spricht, fallen sehr schnell Kategorien wie Erste- oder Dritte Welt. Die wirtschaftlichen, kulturellen, sozialen und auch klimatischen Voraussetzungen sind in den Ländern der Erde in der Tat sehr unterschiedlich. Doch ist es sinnvoll in solchen Kategorien zu denken?
Nachhaltige Konzepte im Sinne der Agenda 21 sehen die globalisierte Welt als ein Ganzes, für das alle Akteure verantwortlich denken und handeln müssen. Dabei spielen Fragen nach der Verwirklichung von Menschenrechten, globaler Gerechtigkeit und Frieden eine wichtige Rolle. Globales Lernen möchte die Philosophie der Einen Welt durch gezielte Bildung fördern: ganzheitliches Denken und Weltoffenheit sind das Ziel.

- Lebenswelten von Kindern in Indien (li.) und Afrika (re.). Fotos: www.pixelio.de
Verantwortlich Denken und Handeln
Was hat die Gesundheit eines Mädchens in Indien mit einem T-Shirt made in China zu tun? Globalisierung ist kompliziert und manchmal etwas undurchsichtig und gerade das macht globales Lernen so spannend. Kaum jemand weiß, das insbesondere Billigtextilien erst einmal um die ganze Welt gehen, bevor sie in einem Textilgeschäft vor uns liegen. In Nordafrika wird die Baumwolle geerntet, in Indien der Stoff eingefärbt und in China wird alles zusammengenäht. Es liegt auf der Hand, dass bei so einer Weltreise nicht mehr viel Geld für die Arbeitskräfte übrig bleibt, denn die Textilkonzerne wollen auch noch etwas verdienen. Die Folge: Die Arbeitsbedingungen in den Herstellerländern sind schlecht. Es mangelt an Arbeitssicherheit, die Löhne sind miserabel und die Arbeitszeiten unmenschlich.

- Die Reise eines T-Shirts ist lang und spannend. Foto: www.pixelio.de
Über den Tellerrand schauen
Die Menschen in den Industrienationen haben sich längst daran gewöhnt Textilien aus Indien, Kaffee aus Südamerika oder japanische Elektronikartikel zu konsumieren. Es ist jedoch möglich, diesen Konsum im Sinne zukünftiger Generationen gerecht und nachhaltig zu gestalten. Dabei sollte selbstverständlich sein, dass jeder, der von den Ressourcen anderer Länder profitiert, auch ein Stück Verantwortung für sie übernimmt. Wo Rechte sind, sind auch Pflichten. Der T-Shirt-Käufer sollte sich bewusst sein, welchen Einfluss er durch sein Kaufverhalten auf die Arbeitsbedingungen in den Textilfabriken in Indien oder China hat. Alternativen zu Billigprodukten aus fairem Handel garantieren einen sozial und ökologisch gerechte Produktionsablauf.
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