In die Zukunft konsumieren

Wohlstand kennt keine Konsumgrenzen

Die Menschen in Deutschland leben in einer Wohlstandsgesellschaft ohne Versorgungslücken, wo jeder alles kaufen kann. Wer über das nötige Kleingeld verfügt, kann sich das neueste Handy, eine Reise in ferne Länder oder Äpfel aus Chile kaufen. Doch wie ist es um die Nachhaltigkeit dieses unbegrenzten Konsums bestellt?

 

Obstmarkt
Beim Einkaufen sollte man auf die Herkunft der Lebensmittel achten. Foto: www.pixelio.de


Saisonal und regional macht Sinn

Wer nachhaltig einkauft, achtet auf saisonale und regionale Lebensmittel. Spargel-Zeit oder Erdbeer-Zeit – Obst und Gemüse hat Saison. Das macht sich sowohl beim Einkaufspreis als auch qualitativ bemerkbar. Obst und Gemüse, das zu „seiner Zeit“ geerntet wird, ist besonders frisch, aromatisch und hat mehr Vitamine. Wer beim Einkauf auf saisonale und regionale Produkte achtet, vermeidet weite Transportwege mit dem LKW oder dem Flugzeug. Es ist nicht notwendig, das Gemüse aus Frankreich zu kaufen, wenn regionale Anbieter am Markt sind. Neben dem Klimaschutz-Aspekt ist ein weiterer entscheidender Vorteil der Produktion in Deutschland, dass hierzulande strenge Lebensmittelkontrollen stattfinden. Bio-Produkte werden inzwischen zu erschwinglichen Preisen angeboten. Zudem sichert regionales Bewusstsein Arbeitsplätze vor der eigenen Haustür.

 

Kaffeebohnen
Fair gehandelter Kaffee stammt aus nachhaltiger Erzeugung. Foto: www.pixelio.de


Fairen Handel unterstützen

Die Fairhandelsbewegung konzentriert sich insbesondere auf Produkte, die aus Entwicklungsländern stammen. Dazu gehören landwirtschaftliche Erzeugnisse wie Kakao, Kaffee und Bananen als auch Produkte des traditionellen Handwerks, der Industrie oder des Tourismus.
Fairer Handel ist eine Art kontrollierter Handel. Das Prinzip ist einfach: Die Produzenten erhalten für die Rohstoffe faire Preise, unabhängig von den Weltmarktpreisen. So können Menschen in den Entwicklungsländern eigenverantwortlich wirtschaften, ihre Existenz weitgehend sichern und soziale Mindeststandards in punkto Gesundheit und Bildung erreichen. Die Preise für fair gehandelte Produkte sind üblicherweise höher angesetzt als der jeweilige Weltmarktpreis, dafür kann man sie mit gutem Gewissen genießen. Das Transfair-Siegel ist inzwischen über Bio- und Weltläden hinaus auch in Supermärkten zu finden.


Nachhaltig einkaufen ohne Verzicht

Nachhaltiger Konsum bedeutet nicht zwangsläufig Verzicht auf Luxusgüter: Gepulte Krabben, die man in St. Peter-Ording an der Nordsee kauft, sind zwar in heimischen Gewässern gefischt, aber zum Pulen nach Nordafrika und wieder zurück verschifft worden. Die Löhne sind dort so niedrig, dass sich sogar der Schiffstransport noch rechnet. Ein Konsument mit nachhaltigem Bewusstsein kauft Krabben, pult sie jedoch selber. Oder: Ein Handwerker kann beim Kauf von Holz nachhaltig handeln, indem er auf Gütesiegel wie FSC oder Naturland achtet. Diese Siegel garantieren, das in der Produktion ökologische und soziale Kriterien beachtet wurden.

 

Hausmüll
Durch bewussten Konsum kann man viel Müll vermeiden. Foto: www.pixelio.de


Abfall vermeiden

Wo konsumiert wird, entsteht auch Abfall. Recycling ist gut, Abfallvermeidung immer noch besser, denn es schont Rohstoffe und spart Energie. Hinzu kommt, dass bei der Verbrennung von beispielsweise Kunststoffen gesundheitsschädliche Dämpfe entstehen. Daran ändert auch der grüne Punkt nichts.
Auch bei konsequenter Abfallvermeidung bleibt anorganischer Abfall nicht ganz aus. Altlasten wie Altpapier, Altmetall und Altglas zu sammeln ist sinnvoll. Das Recycling dieser Materialien erfordert in der Regel weniger Energie als deren Neuherstellung aus Holz, Erzen und Quarzsand.

Wer schon beim Kauf eines Produktes darauf achtet, wie viel Müll es abwerfen wird, braucht in Zukunft nur noch eine kleine Mülltonne. Das spart nicht nur Rohstoffe und Energie, sondern auch Platz.


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